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Laga-Tipp 2

Hunger!

"Pack was zu Essen ein -
wir fahr'n nach Brandenburg!"
spottet der singende Kabarettist Reinhard Grebe in einem seiner Lieder, in dem er Berlin und das Land Brandenburg miteinander vergleicht ("Ode an Brandenburg").

Was Oranienburg betrifft, war dies eine meiner ersten Erkenntnisse hier: Wenn Du als Mann mal im Vorbeigehen was Herzhaftes snacken willst, eine saftige, pikante Pizza-Schnitte, eine echt leckere Bratwurst oder ähnliches, aber nicht als verkokelte Kanzerogen-Schleuder, dann bist Du in O. ziemlich angesch... miert.

In der besten Einkaufsmeile von Berlin-Tegel oder am Alex zum Beispiel bekommst Du eher, zudem auch größer, besser, preiswerter solche und andere Dinge. Und nicht nur klebrig-süßes oder krümelig-trockenes Kuchen-Brötchen-Geschmadder für Frauen und Kinder und Bürokraten.

Eine von weither angereiste Laga-Händlerin gestand mir auch: Sie war, allein und mit Kollegen, schon in diversen örtlichen Restaurants. Aber eine wirklich gute Küche haben sie noch nicht entdeckt. Dafür schon in bester City-Lage eine wirklich schlechte, mit Spülwasser-Geschmack gratis. (Da war ich auch schon, sehr nettes Personal, aber auch meine Suppe wurde mit jedem Löffel seltsamer...)

Ich habe leider auch keinen Tipp für sie. Suche selbst seit Jahren eine Lokalität, wo man Gäste hinbringen und sich auf gutes Essen VERLASSEN kann. Doch immer, wenn ich mal denke: "Das hier isses endlich!", kommt beim nächsten Besuch die Enttäuschung*.

Höchst wahrscheinlich haben wir es auch hier mit einem unseeligen Erbe Der Linken/PDS/SED zu tun: In vierzig Jahren möglichst ein ganzes Volk zu angepassten Duckmäusern abzurichten - eine von Bürgermeister Laesicke offenbar sehr geschätzte und nach Kräften fort gesetzte Politik - führt eben auch dazu, dass wir bei suboptimalen Restaurantfutter eher in uns rein grummeln, statt es mit freundlich-sachdienlicher Begründung zurück gehen zu lassen.

*: Eine Ausnahme scheint es zu geben, auch wenn die Stichproben-Zahl mit 4 noch nicht groß ist: Der "Oranienburger Schlosshof" am Bötzower Platz/Kanalstr. hat uns bisher bei den Speisen noch nicht enttäuscht. Auch wenn wir letztens schon hungrig gerade wieder aufbrechen wollten, als wir nach gut 25 min. wenigstens etwas zu Trinken bestellen durften. Immerhin gabs als Entschuldigung eine leckere Vorsuppe gratis. Trotzdem, und bei allem Verständnis für Reisegruppen-Stress in der Küche: Etwas für die staubige Kehle sollten Gäste doch wohl immer im Handumdrehen auf dem Tisch haben! Fairerweise sei angemerkt: Das mit dem Verdursten war eine Ausnahme.



Hunger!!

Doch auf der Laga spitzt sich diese traurige Lage noch zu. Der dort lustwandelnde o-a-Reporter war schon auf verschiedenen Messen, Märkten und Events. Dass Gäste dort etwas abgekocht werden, ist normal, kein Grund zur Aufregung.

Aber hier treiben "sie" es, selbst nach Auffassung weitgereister Mitveranstalter (die hier ja vergünstigt essen können), auf die Spitze. Fünf Euro - umgerechnet stolze 10 harte Deutsche Mark - für einen winzig-winzigen Happen Suppe im Brottopf - das könnten Normalverdiener sich noch ausnahmsweise als Delikatesse gönnen und verantworten, wenn es Kaviarcremesuppe mit ganzen Schwalbennestern wäre, garniert mit Haifischflossen, oder so. Aber hier reden wir über - - - Linsensuppe!!!
(In der sozialistischen Mangelwirtschaft, die viele heute wieder haben wollen, war selbst das Arme-Leute-Futter Linsen außerhalb Berlins nicht aufzutreiben. Aber dank bösem Kapitalismus ist das heute nun wirklich keine exotische Rarität mehr,die diesen Preis rechtfertigen würde.)

Und so zieht sich das hin: Boulette (eine, wohlgemerkt!) 3,50 Euro - dass bei umgerechnet stolzen sieben(!!!) Deutschen Mark zum Mehl-Fleisch-Gemisch-Bällchen (in Selbstbedienung!) noch etwas weiteres Mehl in Form eines Brötchens als Dreingabe verschenkt wird, macht es dann auch nicht besser.

Da spare ich mir drei winzige Suppen und eine Boulette (die alle zusammen meinen Männermagen ohnehin nicht füllen könnten), und schon dreht sich bei mir zu hause eine raffinierte Edelstahl-Figur aus einem Laga-Kiosk, an der ich ein paar Jahrzehnte länger Freude haben kann, als an dem maßlos überteuerten Essen. Mal freundlicherweise angenommen, es wäre wenigstens lecker gewesen.



Huger!!! - Fazit

Wer auf die Laga möchte, beherzige einfach den oben zitierten Rat von R. Grebe. Am besten auch noch was zu Trinken. Vorher reichlich futtern kann auch nicht verkehrt sein.

Wenn die Laga-Gastronomie von ihren astronomischen Höhenflügen wieder runter kommen sollte, werden wir hier gerne Entwarnung geben...

P.s.: Eine Notration Nahrung kann auch sinnvoll sein, wenn man mit dramatisch knurrendem Magen wieder raus will, aus dem Gelände: An dem winzigen Drehtor rauswärts staut sich schnell mal was zusammen...